Auf dem wildromantischen Gelände der »Burgruine Finkenstein« (Bilder links) bei Villach, liest Nikolai Herzogs spätere Geliebte, die Chef-Rezeptionistin Pat, Herzog aus der Hand und sieht Unfassbares.

 

Unfassbar auch, die in die Ruine eingebettete Arena, die elfhundert Besucher fasst und wenn Stars wie Placido Domingo auftreten, natürlich ausverkauft ist.

 

Bild oben: Das umstrittene Schloss-Hotel in der Veldener Bucht.  

 

LESEPROBE 2


Ende August berichtete Pat, dass Sylvie verschwunden sei. „Niemand weiß, wo sie ist und in ihrer Wohnung läuft der Anrufbeantworter.“

Alt wird ihr ein Liebesnest eingerichtet haben, in das sie flog, als sie flog“, vermutete Nikolai leichthin.

Das wüsste ich“, schüttelte sie den Kopf. „Die rief sonst wegen jeder Kleinigkeit an und plötzlich kein Pieps mehr. Das gefällt mir nicht.“

Willst du eine Vermisstenanzeige aufgeben?“, wollte er sie hänseln.

Ich würde ja hinfahren“, ging sie nicht darauf ein. „Nach Lienz sind es keine zwei Stunden und ich habe einen Schlüssel zu ihrem Appartement. Aber ich habe so schnell keinen freien Tag mehr.“

Nikolai merkte, dass es ihr ernst war.

Zwei Stunden einfach?“ fragte er nach.

Nicht mal.“

Dann gib mir den Wohnungsschlüssel, ich übernehme das.“

Spinner. Du hast doch noch weniger Zeit als ich.“

Ich nehme sie mir“, beharrte er. „Es wird höchste Eisenbahn, dass ich mal wieder rauskomme, aus dem Irrenhaus.“

 

Als hätte Florence Alt es geahnt, teilte sie Nikolai am gleichen Tag mit, dass das Projekt Winter-Grandhotel auf Eis zu legen sei.

Die Infoshow in Düsseldorf machen wir trotzdem.“

Weil dafür schon alles vorbereitet war, war es ihm egal.

Hör zu! Autobahn Salzburg bis Spittal, Abfahrt B 110 Richtung Lienz“, instruierte ihn Pat. „In Lienz fährst du bis zum Hauptplatz im Zentrum, dort wohnt sie gegenüber vom Lienzer Hof.“

Die Straße war hügelig, aber gut ausgebaut, teilweise sogar vierspurig. Die Lienzer Dolomiten, von denen Pat ihm erzählt hatte, versteckten sich hinter tief hängenden, dunkel drohenden Wolken.

Denk daran, der Ort heißt Lienz, nicht dass du nach Linz an der Donau in Oberösterreich fährst“, hatte sie ihn noch lächelnd gefoppt.

Ich fahre auch nicht nach Deutschland an den Rhein, dort gibt es zwischen Köln und Koblenz auch ein Linz“, hatte er gewusst.

Lienz in Osttirol, den Hauptplatz und Sylvies Appartement im vierten Stock eines Wohnhauses, fand er schneller als einen Parkplatz in der Nähe. Als er schließlich im Flur vor der schmucklosen Wohnungstür stand, schlug ihm das Herz bis zum Hals. Was würde ihn erwarten? Sylvies sterbliche Überreste? Erschlagen von einem eifernden Frank B. Alt? Oder hingerafft von einem Herzinfarkt? Quatsch!, schalt er sich und sperrte auf.

Ein betörender Duft schlug ihm entgegen, als er die Tür öffnete. Ich weiß zwar nicht, wie eine Leiche stinkt, aber so bestimmt nicht, dachte er und atmete erleichtert auf.

Es waren Rosen. Langstielig, tiefrot; ein riesiger Strauß, der in einem Eimer auf einem Beistelltisch stand.

Single Sylvie hat keine Vase, schloss Nikolai daraus, roch am Wasser und fand es frisch. Logisch, dachte er, die Rosen sind ja auch frisch. Zwischen den samtigen Blüten steckte ein weißer, offener Umschlag. Kein Rosenkrieg, ein Rosenkavalier, schloss er daraus. Schickt Frank B. Alt Rosen? Nie im Leben!, glaubte Nikolai zu wissen und schon gar nicht an Sylvie.

Sylvie?“, rief er gedämpft und schaute sich um, als keine Antwort kam. Ihr Quartier war winzig. Ein quadratischer, niedriger Raum, eine abgeteilte klitzekleine Küchenzeile und eine Tür, hinter der er Duschzelle und Toilette vermutete. Tageslicht kam durch ein breites Fenster, ohne Vorhänge. Durch dieses sah man die Front des Lienzer Hofes. Auf einer Bettcouch lagen wahllos hingeworfene Kleidungsstücke. Von wegen Frauen räumen immer auf, dachte er und griff nach dem Umschlag. Geht mich zwar nichts an, von wem die Röslein sind, aber heute sind wir Detektiv und da ist das erlaubt. Schon als seine Finger die Karte berührten, zuckte er zusammen.

Das war doch … handgeschöpfter Büttenkarton?

Er riss die Karte aus dem Kuvert. Ungläubig starrte er auf die Absenderzeile in englischer Schreibschrift, doch eigentlich hatte er es schon geahnt: Florence Alt, stand da in den zierlichen Buchstaben, aber er hätte die Absenderin auch an ihrer Handschrift erkannt, mit der die Karte bis an die Ränder beschrieben war. Er überflog den Text und lachte laut auf.

Wenn du diese Rosen riechst, bin ich unterwegs zu dir, meine Rose. Ich kann es kaum erwarten, in Deinen Armen zu liegen und dann zwischen Deinen göttlichen Schenkeln, um mein Gesicht in Deinem Honig zu baden, der mir zum Jungbrunnen wurde. Im Ernst, meine Rose, seit ich dies tue, sind die Fältchen um meinen Mund verschwunden. Hast du das auch schon bemerkt? In froher Erwartung, Deine Flo …, las Nikolai.

O tempora o mores“, murmelte der perplexe Detektiv mit Asterix, dem Gallier, der so schon in grauer Vorzeit den Verfall der Sitten beklagt hatte. Doch was hatte das zu bedeuten? Zog Florence Alt Strippen und an einer hing ihr Gatte? Von ihr zurechtgestutzt von einer Marginalie zur Marionette? Zuzutrauen war es ihr. Auch, dass sie Sylvie auf ihren Gatten angesetzt hatte, um ihn dann, auf frischer Tat ertappt, kompromittieren und erpressen zu können. Oder war Sylvie ihre Kriegsbeute geworden, nachdem sie vom Fehltritt ihres Mannes hörte? Als süße Frucht ihrer Rache? Beides war möglich, aber, wie auch immer, bilanzierte Nikolai, diese ménage à trois sprengt den normal-perversen Rahmen gewaltig. Hätte ich der Sylvie gar nicht zugetraut. Vögelt mit dem Alt und noch während der seinen Schwanz einziehen muss, badet die Alt schon die alten Falten in ihrem Jungbrunnen. Okay, dass der das gefällt, kann ich ja noch verstehen, aber was findet Sylvie am trockengelegten Altbrunnen ihrer Geliebten?

Trotzdem, das hat was!, Sylvie, dachte Nikolai kichernd weiter. Das hat so viel, dass du es Pat nicht erzählen konntest und du vor lauter Scham lieber erst einmal abgetaucht bist.

Das ist des Rätsels geile, simple Lösung.


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