Leseprobe 1:

Das nächste potentielle Opfer, das der VW-Käfer-Mann im Visier hatte, lebte in oder beim pittoresken Städtchen Tarvisio, das zur norditalienischen Region Friaul-Julisch Venetien gehört. Bekannt, ja berühmt, war Tarvisio (deutsch Tarvis) durch seinen Ledermarkt, der täglich, außer sonntags, von Busreiseveranstaltern aus den Grenzregionen Italiens, Österreichs und sogar aus Bayern frequentiert wurde. Auf dem zentralen Platz wimmelte und zappelte es dann von Touristen und das Geschrei der feilschenden Anbieter mit den Käufern und Neugierigen, gab dem Ganzen das Ambiente eines orientalischen Basars.

In diesem Gedränge, das die Touristen immer auch an die Ränder des Platzes mit den Cafés und Restaurant spülte, fühlte sich der Mann mit dem Hut und der großen Sonnenbrille genauso sicher, wie in der Gartenwirtschaft in Kranjska Gora, wo ebenfalls Touristen dominierten. Tarvisio war ideal, weil es auch über die Autobahn Villach - Udine zu erreichen war – ein schneller, sicherer Katzensprung, denn am österreichischen Grenzübergang Arnoldstein schenkte man es sich meistens Pkws zu kontrollieren.

Der Mann, der im Begriff war ein Mörder zu werden, wie es ihn noch nie gab, wollte im Dreiländereck spurlos morden und legte Wert darauf, die Routen seiner Spähfahrten ständig zu variieren. Die Bullen, die eines Tages zwangsläufig Jagd auf ihn machen würden, sollten nicht den Hauch einer verfolgbaren Spur haben. Nach Tarvis fuhr er deshalb manchmal auch über slowenische Landstraßen. Der künftige Killer pendelte zwischen drei Ländern und zwei Frauen, die das Pech hatten rothaarig zu sein und Figuren zu haben, wie Walküren. Er war ein unauffälliger Mensch unter zigtausend anderen; eine Wespe ohne signifikanten Unterschied zu Millionen anderer Wespen – ein Mann ohne Gesicht; im Auftrag seines Teufels unterwegs, seiner Welt das Entsetzen beizubringen; zuerst aber zwei Frauen den Tod.

Die Kakerlake in Tarvisio sollte als erste dran glauben, dann der Nichtsnutz in Kranjska Gora und dann … würde er sehen. Seine ersten beiden Morde sollten Übungen sein, die den Meister machten – den Meister unter Killern.

Den italienischen Auswurf entdeckte er, als sie noch eine rothaarige Frau für ihn gewesen war und er bei ihrem Anblick nicht in Schweiß ausbrach. Sie bediente in einer Trattoria am Rand des Ledermarktes, wo er sie ungewollt anrempelte. Es war, als hätte ihn ein Blitzschlag getroffen. Seine Hände hatten zitternd nach ihrem Hals gegiert, um sie auf der Stelle zu erwürgen – oder nach ihren Brüsten, um diese aufzureißen; um das Fleisch unter der hässlichen sommersprossigen Haut freizulegen. Nur unter Aufbietung aller Kräfte war es ihm gelungen, die Hände in seine Hosentaschen zu stopfen, damit sie kein Unheil anrichten konnten. Sein Körper hatte sich dabei so verspannt, dass er vor Schmerzen glaubte, schreien zu müssen.

Diesmal würde es anders sein. Er spürte, dass es so weit war. Alles ging wie von selbst; die Menschenmassen des Ledermarktes nahmen ihn mit, trugen, schoben und drängten ihn seinem Ziel entgegen – ein ultimatives Omen. Gleich würde er sie wieder anrempeln, diesen rostigen, hochnäsigen Witz eines Weibes, diesen rothaarigen Dreckhaufen; gleich würde sie ihn wieder missbilligend anstarren und in ihren Augen würde stehen, was sie nicht traute zu sagen: Du nichtsnutzige Laus, was erlaubst du dir?“

Diesmal würde er nicht erstarren, wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern sie anlächeln und vollendet höflich zu einem Getränk einladen – die Entschuldigung eines untröstlichen Galans alter Schule. Seiner Liebenswürdigkeit konnte er sich sicher sein – sein Lächeln war wirklich bezaubernd. Dieses rothaarige Stück Abschaum würde sein Geschenk annehmen und sein Getränk trinken. Und dann … servas … Misthaufen.

 



 

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